„Das entspricht nicht meinem Demokratieverständnis!“

In Kehl ist am Sonntag der erste Wahlgang zur OB-Wahl abgehalten worden. Der Wahlkampf zwischen Herrn Britz, Herrn Wuttke und mir war bis dahin fair. Es ging um Angebote für die Wählerinnen und Wähler und darum, die Unterschiede in den Programmen und Haltungen herauszustellen.

Heute (10.2.22) hat Herr Wuttke eine Pressemitteilung verschickt, in der er die Kehlerinnen und Kehler, die mich gewählt haben, dazu aufruft, diese Entscheidung zu überdenken. Wörtlich heißt es in seiner Erklärung: „Um so mehr geht mein Appell an die Wählerinnen und Wähler von Frau Bippes. Bitte setzen Sie Ihre Stimme wirkungsvoll ein.“

Ich denke, dass die Wählerinnen und Wähler selbst am Besten wissen, wem Sie ihre Stimme geben möchten – und das ist auch gut so. Herrn Wuttkes Vorstoß und Versuche, Druck auf mich auszuüben, empfinde ich als unangemessen. Dies entspricht nicht meinem Demokratieverständnis.

Herr Wuttke spricht zudem in seiner Erklärung von einem „parteiorientiert geführten Wahlkampf“ und erweckt in der Pressemitteilung den Eindruck, er sei der einzige Kandidat, der parteiübergreifend handle und unabhängig sei. Dies weise ich für mich zurück. Ich bin als unabhängige Kandidatin angetreten und bleibe auch unabhängig. Die Unterstützung durch eine oder mehrere Parteien im Wahlkampf ist üblich. Herr Britz wird von SPD und Grünen unterstützt, mich unterstützt die CDU. Herr Wuttke hat im Vorfeld der Wahl selbst versucht, sich die Unterstützung von Parteien zu sichern. Dies ist ihm aber nicht gelungen. Ich bin eine Kandidatin von außen, die sich nur den Kehlerinnen und Kehlern verpflichtet fühlt und auch aus dieser unabhängigen Perspektive auf die Stadt schaut.

25 Prozent der Stimmen erhalten zu haben, war für mich im ersten Wahlgang ein gutes Ergebnis gegen zwei Mitbewerber, die hier vor Ort verankert sind. Herr Britz lebt seit Jahrzehnten in Kehl und ist sowohl durch seinen Beruf als Krankenpfleger als auch durch sein kommunalpolitisches Engagement vielen in dieser Stadt bekannt. Herr Wuttke arbeitet seit zwei Jahren als Erster Bürgermeister für die Stadt Kehl. In diesem Umfeld ein Ergebnis erreicht zu haben, das nur knapp hinter Herrn Wuttkes Resultat liegt, empfinde ich als Verpflichtung, in den zweiten Wahlgang zu gehen. Dies um so mehr, als ich mich erst einmal in Kehl bekannt machen musste und sich mein Angebot an die Wählerinnen und Wähler von dem beider Mitbewerber unterscheidet.

Dies werde ich in den nächsten Tagen an Infoständen und bei Haustürgesprächen deutlich herausstellen und engagiert  für meine Positionen werben. Am Ende haben die Kehlerinnen und Kehler die Wahl – und treffen ihre ganz persönliche Entscheidung, die es für alle Kandidaten zu respektieren gilt.